Viele Gartenbesitzer möchten ihren Garten vogelfreundlich gestalten und Singvögel einladen. Die Vögel vertilgen vor allem während der Aufzucht der Jungen Unmengen an Maden, Blattläusen und Insekten. Der Gärtner ist gut beraten, seinen Garten attraktiv für Vögel zu gestalten. Ein für Vögel attraktiver Garten zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus. Er bietet unterschiedlichen Vogelarten Nistplätze, Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Im Frühling erwacht der Garten zu neuem Leben, aber auch bereits im Winter können die Vögel durch Fütterung im Vogelhäuschen angelockt werden. Durch die naturnahe Bepflanzung mit vogelfreundlichen Pflanzen ist schon viel gewonnen. Die Vögel favorisieren die folgenden Merkmale eines Gartens.
1. Gute Nahrungsquellen
Die ausreichende Nahrung für die Vögel ist besonders wichtig, als ausgezeichnete Quelle dafür dienen Beerensträucher wie die Eberesche oder Vogelkirsche mit ihren roten Vogelbeeren oder der insektenfreundliche Weißdorn. Auch Schlehen, schwarzer Holunder, Berberitze und Schneeball bereichern das Buffet.
Die Samen von heimischen Wildkräutern sind für die Vögel ein Leckerbissen, dazu zählen etwa Nachtkerzen, Wegeriche, Brennnesseln und Johanniskraut. Mit der Fetthenne, Buddleja und Phlox siedeln sich Insekten und Raupen an als zusätzliche Nahrungsquelle an. Exotische Büsche oder Bäume bieten häufig einen faszinierenden Anblick. Die Vögel selbst würden jedoch Obstbäume und heimische fruchttragende Sträucher wählen, die bis im Spätsommer Nahrung bieten.
2. Blumenwiese statt Rasenfläche
Ein gepflegter Rasen erfreut das Auge des Gartenbesitzers, aber Vögel haben andere Vorstellungen, sie bevorzugen Blumenwiesen, da die Blumensamen von den Vögeln gefressen werden können. Auf Wiesen leben Insekten, die den Vögeln ebenfalls als Nahrung dienen können.
Der Laubanfall im Herbst sollte nicht komplett entsorgt werden, es überleben dort viele Insekten und Kleintiere, die als Vogelnahrung dienen.
3. Gute Nistplätze
Gute Nistplätze sind ein wichtiger Wohlfühlfaktor, Stauden und Blumen reichen nicht aus. Tote, hohle Äste bieten gute Nistmöglichkeiten. Hecken bieten perfekte Nistmöglichkeiten und gleichzeitig Nahrung. Vögel bevorzugen auch bei Hecken heimische Pflanzen wie Holunder, Vogelbeere, Pfaffenhütchen, Sanddorn, Sauerdorn oder den Gemeinen Wacholder. Geeignet sind Hecken mit spitzen Stacheln, die zusätzlich Schutz bieten. Wenn diese fehlen oder keine dichten Hecken vorhanden sind, bietet es sich an, Nistkästen aufzuhängen. Viel Ruhe ist wichtig, die Vögel sollten nicht durch Menschen aufgeschreckt werden. Verschiedene Vogelarten haben unterschiedliche Bedürfnisse, für Blaumeisen sollte das Einflugloch einen Durchmesser von ca. 30 mm haben, während es für Stare schon einen Durchmesser von ca. 55 mm haben sollte. Für Meisen und Stare ist ein Höhlenbrutkasten geeignet, der Hausrotschwanz dagegen bevorzugt einen Halbhöhlenkasten. Die Kästen sollten in entsprechenden Höhen aufgehängt werden und sicher vor Mardern und Katzen sein. Nistkästen mit einem Spitzdach machen es Katzen unmöglich, von oben an den Kasteninhalt zu gelangen. Ebenfalls geeignet zur Abwehr von Katzen und zum Schutz von Nistkästen sind sogenannte Katzengürtel, die einfach um den Baum gelegt werden.
4. Sandbadestellen oder Vogeltränken
Vögel finden Sandbadestellen sehr anziehend, sie baden gerne darin. Eine Sandmulde mit feinem Sand an einem sonnigen Platz Sand ist besonders bei Spatzen sehr beliebt. Alle drei bis vier Wochen sollte der Sand ausgetauscht werden, um Krankheitserregern zu vermeiden.
Auch eine Vogeltränke, die auch gerne zum Baden genutzt wird, wirkt einladend auf die Vögel. Es gibt verschiedene Modelle zu kaufen, aber im Notfall tut es auch ein ausrangierter Suppenteller, die Wassertiefe sollte allerhöchstens 5 Zentimeter betragen. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist wichtig, um die Entstehung von Krankheitskeimen zu verhindern. Bei Frost sollte kein Wasser angeboten werden, ein vereistes Gefieder kann zum Tod der Tiere führen.
5. Steingärten und Pflanzenschutzmittel
Steingärten sind pflegeleicht und unkrautfrei und deshalb bei Gärtnern beliebt, aber für Vögel sind sie völlig ungeeignet. Chemische Pflanzenschutzmittel können tödlich für die Vögel sein, sie sollten nicht verwendet werden.